Internationale Rebsorten, die 2026 mehr Aufmerksamkeit von Weinfreunden verdienen

Internationale Rebsorten, die 2026 mehr Aufmerksamkeit von Weinfreunden verdienen

Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Pinot Noir, Sauvignon Blanc – diese Rebsorten kennt jeder, der gelegentlich ein Glas Wein trinkt. Doch von den weltweit über 10.000 bekannten Rebsorten landet nur ein winziger Bruchteil regelmäßig im Glas. 2026 zeigt sich ein klarer Trend: Weinliebhaber suchen gezielt nach Herkunft, Authentizität und ungewöhnlichen Geschmackserlebnissen – weg vom immer Gleichen, hin zu Sorten mit Geschichte und Terroir-Charakter.

Hier sind einige internationale Rebsorten, die 2026 deutlich mehr Beachtung verdienen.

Blaufränkisch – der unterschätzte Mitteleuropäer

Blaufränkisch stammt ursprünglich aus Mitteleuropa, vor allem aus Österreich und Ungarn, gewinnt aber zunehmend auch in kühleren Anbaugebieten außerhalb Europas an Boden. Die Sorte liefert Rotweine mit Tiefe, würziger Würze und einer angenehmen Frische – passend zum aktuellen Trend hin zu leichteren, weniger wuchtigen Rotweinen, ohne dabei auf Komplexität zu verzichten.

Nerello Mascalese – der Ätna-Diamant

Diese dunkle Rebsorte von den Hängen des Ätna in Sizilien zählt zu den ältesten kultivierten Sorten Europas. Sie ergibt tintig-dunkle Weine mit lebhaften, saftigen Rotfruchtnoten und einer erdig-würzigen Komponente, die von den vulkanischen Böden geprägt wird. Nerello Mascalese verbindet auf reizvolle Weise Vertrautheit mit Eigenständigkeit – ein Grund, warum die Sorte 2026 zunehmend als Trend-Rebsorte gehandelt wird.

Portugals Sortenvielfalt: Touriga Nacional und Co.

Portugal besitzt über 250 einheimische Rebsorten und bietet damit eines der spannendsten, gleichzeitig aber preislich noch fairen Terrains für Entdeckungen. Besonders die Region Dão, manchmal als „Burgund Portugals“ bezeichnet, vereint rund 50 native Sorten und profitiert von einem einzigartigen, durch umgebende Berge geprägten Terroir. Touriga Nacional gilt dabei als die prestigeträchtigste rote Sorte des Landes und liefert kraftvolle, aromatische Weine mit großem Reifepotenzial.

Auch bei Weißweinen lohnt sich der Blick auf den Douro: Cuvées aus Sorten wie Viosinho, Rabigato, Gouveio und Arinto ergeben frische, mineralische Weine mit tropischen und steinigen Aromen – ein spannender Kontrast zu bekannteren internationalen Weißweinsorten.

Mencía – Spaniens leiser Star

Aus dem Nordwesten Spaniens, vor allem aus Bierzo und Ribeira Sacra, stammt Mencía. Die Sorte liefert aromatische, oft mineralisch geprägte Rotweine mit guter Frische und moderatem Alkoholgehalt. Sie zählt zu den einheimischen Sorten, die laut Branchenbeobachtern aktuell „unterbewertet sind und gleichzeitig ein besonders gutes Preis-Genuss-Verhältnis bieten“. Auch spannend: Was hat mehr Kalorien – Wein oder Bier?

Pineau d’Aunis – der Geheimtipp aus dem Loiretal

Diese alte, fast in Vergessenheit geratene Rotweinsorte aus dem Loiretal liefert leichte, kühl-würzige Weine mit Aromen von Himbeere, Cranberry und Blutorange, dazu Noten von Herbstgewürzen. Bei oft nur rund 10,5 % Alkohol passt Pineau d’Aunis perfekt zum Trend der „chillable reds“ – leicht gekühlt servierter, unkomplizierter Rotweine.

Ribolla Gialla und Schioppettino – Friauls Raritäten

Aus der norditalienischen Region Friaul stammen diese beiden eher unbekannten Sorten. Ribolla Gialla ergibt straffe, mineralische Weißweine, während die rote Sorte Schioppettino für ihre intensiven Aromen von schwarzem Pfeffer und Brombeere bekannt ist. Beide Sorten werden inzwischen auch außerhalb Italiens angebaut, etwa in Kalifornien, wo Winzer von der Eigenständigkeit dieser Trauben fasziniert sind.

Assyrtiko – Griechenlands mineralische Antwort auf Sauvignon Blanc

Wer normalerweise zu Sauvignon Blanc oder Pinot Grigio greift, sollte 2026 Assyrtiko probieren. Die griechische Sorte, vor allem von der Insel Santorin, liefert straffe, mineralische Weißweine mit hoher Säure, die auch unter intensiver Sonneneinstrahlung ihre Frische behalten – ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie gut sich bestimmte einheimische Sorten an extreme Bedingungen anpassen.

Warum sich die Entdeckung lohnt

Mehrere Entwicklungen erklären, warum gerade jetzt der richtige Zeitpunkt ist, über den Tellerrand der bekannten internationalen Sorten hinauszublicken:

  • Bewussterer Konsum: Viele Weintrinker greifen seltener, aber gezielter zur Flasche und sind bereit, für Qualität und eine gute Geschichte hinter dem Wein mehr zu bezahlen.
  • Leichtere Stile im Trend: Niedrigerer Alkoholgehalt, frische Säure und „chillable reds“ liegen im Trend – viele der hier vorgestellten Sorten erfüllen genau das.
  • Nachhaltigkeit als Kaufkriterium: Biodynamische, ökologische und regenerative Anbaumethoden gewinnen an Bedeutung, und gerade kleinere Erzeuger einheimischer Sorten setzen oft konsequent darauf.
  • Preis-Leistung: Während etablierte Sorten aus bekannten Anbaugebieten durch steigende Nachfrage und in einigen Märkten auch durch Zölle teurer werden, bieten Regionen wie Portugal oder Nordwestspanien nach wie vor ein hervorragendes Preis-Genuss-Verhältnis.

Fazit

2026 ist ein gutes Jahr, um die eigene Komfortzone im Weinregal zu verlassen. Ob Blaufränkisch aus kühleren Lagen, vulkanisch geprägter Nerello Mascalese vom Ätna, portugiesische Touriga Nacional oder ein leicht gekühlter Pineau d’Aunis aus der Loire – diese Rebsorten liefern Charakter, Terroir-Ausdruck und oft auch ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer offen für Neues ist, wird mit spannenden, bisher unterschätzten Weinerlebnissen belohnt.


Quellen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und basiert auf aktuellen Branchenberichten. Verfügbarkeit und Preise einzelner Weine können je nach Markt variieren.