Fachkräftemangel in der Gastronomie – Zahlen, Trends & Fakten

Der Fachkräftemangel in Deutschland betrifft viele Branchen – am deutlichsten spüren ihn aber Hotels, Restaurants und Gastronomiebetriebe. Schon seit einigen Jahren klagen Gastronomen darüber, dass es immer schwieriger wird, qualifiziertes Personal zu finden und offene Stellen zu besetzen. Die Statistiken zeigen, wie groß diese Herausforderung wirklich ist – und dass sie trotz leichter Entspannung weiterhin groß bleibt.


1. Wie stark ist der Fachkräftemangel in der Gastronomie?

Eine aktuelle Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt:
Rund 8.233 Fachkräfte fehlen im Hotel‑ und Gastgewerbe deutschlandweit, darunter etwa 2.975 Köche und 1.959 Fachkräfte im Service – das sind nur die Zahlen zum Zeitpunkt der Erhebung. Insgesamt kann knapp ein Viertel aller offenen Fach‑ und Führungsstellen im Gastgewerbe nicht besetzt werden. (Institut der deutschen Wirtschaft (IW))

Diese Engpässe entstehen vor allem bei qualifiziertem Personal – nicht nur bei einfachen Aushilfsjobs.


2. Offene Stellen und Besetzbarkeit

Im Gastgewerbe gibt es eine hohe Zahl nicht besetzbarer Stellen. Bereits 2022 meldete das Institut der deutschen Wirtschaft, dass etwa 7.600 offene Stellen im Tourismus, Hotel‑ und Gastgewerbe nicht mit passenden Arbeitskräften besetzt werden konnten. (Institut der deutschen Wirtschaft (IW))

Diese Lücke erklärt sich teilweise dadurch, dass viele ehemalige Beschäftigte während der Pandemie in andere Branchen wechselten und nicht zurückkamen.


3. Ausbildungsmarkt und Nachwuchsprobleme

Ein weiterer Grund für den Engpass: Die Zahl der Auszubildenden im Gastgewerbe ist verhältnismäßig gering. Eine Auswertung zeigt, dass in der Gastronomie nur etwa 63.000 Auszubildende tätig sind – oft deutlich weniger, als in anderen Branchen. (s62276348115c26c3.jimcontent.com)

Das hat langfristige Folgen, weil weniger qualifizierter Nachwuchs nachrückt, während ältere Fachkräfte nach und nach in den Ruhestand gehen.


4. Stellung der Branche im Fachkräftemangel‑Ranking

Nach einer Analyse des KfW‑ifo Skilled Labour Barometer gehört die Gastgewerbe‑ und Hotellerie‑Branche zu den am stärksten vom Fachkräftemangel betroffenen Sektoren – deutlich stärker als viele andere Wirtschaftsbereiche. So berichteten im Herbst über 70 % der Betriebe im Gastgewerbe, dass Fachkräfte knapp sind. (KfW)

Damit hat die Branche einen der höchsten Anteile an Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit durch fehlende Fachkräfte eingeschränkt sehen.


5. Entwicklung über die letzten Jahre

Obwohl sich die Lage in einigen Bereichen leicht entspannt, bleibt der Mangel groß:

  • Nach Angaben verschiedener Studien hat sich der absolute Fachkräftemangel in Gastronomie‑Berufen zwischen Juni 2023 und Juni 2024 reduziert, weil weniger Stellen ausgeschrieben wurden und der Bedarf insgesamt gesunken ist. Die Zahl offener Fachkräfteplätze halbierte sich etwa in einigen Kategorien. (24 Hours World)
  • Gleichzeitig zeigen andere Daten, dass Hotel‑ und Gastronomiebetriebe weiterhin massiv unter Personalmangel leiden, insbesondere im Service und bei Fachkräften mit Ausbildung. (Institut der deutschen Wirtschaft (IW))

6. Gründe für den Mangel

Mehrere Faktoren tragen dazu bei, dass Fachkräfte der Gastronomie fehlen:

  • Pandemie‑Effekte: Viele Fachkräfte verließen die Branche während oder nach Corona. (Institut der deutschen Wirtschaft (IW))
  • Arbeitsbedingungen: Unregelmäßige Arbeitszeiten, häufig Wochenend‑ und Feiertagsarbeit, körperliche Belastung sowie vergleichsweise niedrige Bezahlung tragen dazu bei, dass die Gastronomie für viele nicht attraktiv ist.
  • Demografischer Wandel: In vielen Branchen fehlen junge Menschen, die eine Ausbildung beginnen – damit schrumpft auch der Nachwuchs.
  • Regionale Unterschiede: Besonders in ländlichen Regionen sind passende Bewerber seltener zu finden. (Institut der deutschen Wirtschaft (IW))

7. Warum der Fachkräftemangel relevant bleibt

Der Fachkräftemangel in der Gastronomie hat direkte Auswirkungen:

  • Geschäftsengpässe: Betriebe müssen Öffnungszeiten kürzen, Service einschränken oder ihr Angebot reduzieren, weil Personal fehlt.
  • Wirtschaftliche Risiken: Hohe Lohnkosten und Schwierigkeiten bei der Personalplanung drücken auf die Rentabilität.
  • Nachhaltigkeit: Ohne ausreichenden Nachwuchs wird der Engpass in vielen Regionen langfristig bestehen bleiben.

Fazit – Statistische Lage des Fachkräftemangels in der Gastronomie

  • Mehrere Tausend Fachkräfte fehlen derzeit in Hotel‑ und Gastronomiebetrieben in Deutschland – vor allem Köche und Servicepersonal. (Institut der deutschen Wirtschaft (IW))
  • Zahl der nicht besetzbaren Stellen bleibt hoch, mit regionalen Unterschieden. (Institut der deutschen Wirtschaft (IW))
  • Ausbildungszahlen sind im Vergleich niedrig, was den Nachwuchsmangel verstärkt.
    Trotz kleiner Verbesserungen in manchen Bereichen bleibt der Fachkräftemangel ein zentrales Thema für die Branche – mit klaren Folgen für Arbeitsqualität, Öffnungszeiten und Angebot. (KfW)